USWE Rush 8L Bike Hydration Vest

Trinkweste für lange Touren auf dem Gravelbike im Schotter-Check

08.09.2023 | Text: Marcello Pabst | Fotos: Marcello Pabst, USWE Sports

"Wasser, Wasser!" Wenn das Gravelbike nicht genug Platz für ausreichend Trinkflaschen bietet, wird es Zeit für alternative Lösungen. So wie die USWE Rush 8L Bike Hydration Vest. Jetzt im Gravel Collective Schotter-Check.

Viele von euch werden das kennen: Gerade auf längeren Touren mit dem Gravelbike reichen die Trinkflaschen, die man am Rad unterbringen kann, vielleicht nicht immer. Gerade wenn das Bike nur Platz für zwei Flaschenhalter bietet oder das Rahmendreieck mit einer Rahmentasche belegt ist. Und dann gibt es die Touren, die so remote sind, dass vielleicht auch kein Supermarkt, Friedhof oder eine Tankstelle zum Auffüllen der Flaschen in der Nähe sind. In solchen Situationen sind besondere Mittel gefordert. So wie die Rush 8L Bike Hydration Vest des schwedischen Herstellers USWE Sports. Solche Westen mit integrierter Trinkblase erfreuen sich gerade bei Langdistanz-Events und Gravelbike-Rennen zunehmender Beliebtheit. Wir haben uns das System für euch angeschaut.

Hydrapak Trinkblase

Die USWE-Weste fasst eine zwei Liter große Hydrapak-Trinkblase. Zugegeben: Am Anfang mussten wir erstmal lernen, wie genau so eine Trinkblase funktioniert. Nachdem wir das draufhatten, ließ sich die Blase einfach öffnen, einfach füllen und verschließen. Das Mundstück hat einen Drehverschluss und ein Beißventil. Bei unserem Test hielt das Ventil auch bei geöffnetem Verschluss dicht. Daher sind wir eigentlich die ganze Zeit mit offenem Verschluss gefahren. Allerdings erscheint die Bedienung des Drehverschlusses während der Fahrt etwas unpraktisch. Doch vielleicht fehlt auch hier noch etwas mehr Übung.

Rush 8L Bike Hydration Vest

Bei der Rush Bike Vest handelt es sich um eine Weste, die neben dem Hauptfach für die Trinkblase noch weitere Taschen und Staufächer bietet. Darin könnt ihr etwa Kleinteile wie Riegel, Portemonnaie, Schlüssel und allerlei anderer Kram verstauen. Basismaterial der Weste ist ein weitmaschiges Mesh. Sowohl die Innenseite der Träger als auch die Rückenpartie bestehen komplett aus Mesh. Die Taschen an der Vorderseite sowie die Fächer innerhalb der Taschen sind aus einem dünneren und feinerem Mesh gefertigt. Das Hauptfach besteht ist aus einem Kunstfasertextil.

Über Gummizüge an der Seite kann die Größe der Weste variabel eingestellt werden. Ist die Weste einmal passend eingestellt, wird sie nach dem Anlegen schnell und bequem mit einem Clip an der Vorderseite geschlossen. Der Mechanismus funktioniert auch mit etwas dickeren Winterhandschuhen gut.

Test the Vest

Im Einsatz gefällt uns die Weste generell gut. Gerade die vielen Taschen und Fächer sowie das zusätzliche große Fach am Rücken sind eine echte Bereicherung. So haben wir auf langen Touren alles, was wir schnell im Zugriff haben wollen, sicher und nicht störend untergebracht. Auch vier bis fünf Energieriegel fasst die Weste problemlos. Eine der Taschen kommt zudem mit einem dehnbaren Verschluss ohne Reißverschluss. So lässt sie sich während der Fahrt problemlos öffnen und schließen, um Utensilien zu entnehmen oder zu verstauen. Übrigens: In dem großen Rückenfach findet auch unsere Endura GV500 Primaloft-Jacke bequem Platz.

Egal ob im Wiegetritt oder bei ruppigen Passagen im Wald: Während der Fahrt sitzt die Weste sicher am Rücken. Auch bei halbvoller Blase wabbelt da nichts am Rücken. Lediglich beim Befüllen solltet ihr darauf achten, dass möglichst wenig Luft in der Blase ist. Sonst nehmt ihr ab und an Plätschergeräusche bei Bewegung wahr und die Blase wabbelt minimal.

Zwei Liter Flüssigkeit passen in die Trinkblase.

Mit zwei Laschen wird der Schlauch fixiert.

Die Trinkweste sitzt angenehm und sicher am Körper, ohne zu stören.

Praktisch wäre ein zusätzlicher Clip zur Befestigung des Trinkschlauchs an der Weste.

In den vielen praktischen Taschen lassen sich Energieriegel und mehr verstauen.

Die kleinen Details

Gut gefallen uns auch die kleinen Details an der Weste. So wie die reflektierenden Applikationen oder die kleine Lasche am Rücken, an der sich etwa ein Rücklicht befestigen lässt. Zudem bietet eine der Fronttaschen einen Karabinerhaken, an dem sich etwa ein Schlüssel sicher befestigen lässt. Weniger praktisch: Zur Fixierung des Trinkschlauchs bietet die Rush Weste lediglich zwei Laschen an den Schulterträgern. In unserem Test wirkte der Schlauch so recht hoch fixiert und rutschte immer mal wieder nach unten.

Der Tragekomfort der Weste ist gut. Auch staut sich dank des Mesh-Gewebes kaum Wärme unter der Weste. Ein klein wenig wärmer als ohne Weste wird es aber erwartungsgemäß trotzdem. Zudem ist das Mesh am Rücken ein wenig Fluch und Segen zugleich. Denn durch den dünnen Stoff überträgt sich die Körperwärme auf die Trinkblase. Auf unserer Testtour hatten wir Außentemperaturen zwischen 5 und 18 Grad Celsius. Bei Kälte war das Wasser durch die Körperwärme auf angenehmer Trinktemperatur. Steigen jedoch die Außentemperaturen, wird natürlich auch das Wasser in der Trinkblase wärmer. Allerdings auch nicht groß anders, als wir es von der Trinkflasche im Sommer kennen.

Gewichte und Preis

Zu haben ist die Rush 8L Bike Vest in den vier Größen S, M, L und XL im Online-Shop von USWE. Der Preis liegt bei 149 Euro. Das ist zwar nicht ganz günstig, aber auf einem Level mit ähnlichen Westen anderer Hersteller. Die reine Weste bringt in Größe L 230 Gramm auf die Waage, inklusive leerer Trinkblase sind es 430 Gramm.

Das Fazit

Was uns an der USWE Rush 8L Bike Hydration Vest gut gefallen hat und was eher nicht? Hier verraten wir es euch.

Das hat uns gefallen ...

+ viel Stauraum
+ sicherer Sitz
+ stört kaum beim Fahren
+ kaum Wärmestau
+ einfaches, sicheres Verschlusssystem


        ... und das nicht so sehr

        - nicht ganz günstig
        - Befestigung der Blase etwas fummelig
        - kein Clip zur Befestigung des Trinkschlauchs

          Marcellos Fazit: "No dancing monkey” nennt USWE die Idee hinter der Weste. Und das funktioniert richtig gut. Zu keiner Zeit hatten wir das Gefühl, dass wir in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt wären oder das Pack am Rücken irgendwie verrutscht oder anfängt zu schwingen. Gerade im Vergleich zum normalen Bike-Rucksack funktionierte das richtig gut. Irgendwann haben wir bei den Touren gar vergessen, dass wir da was auf dem Rücken hatten. Lediglich der leichte Wärmestau am Rücken hat uns ab und an daran erinnert. Die Verarbeitung der Weste ist auch sehr gut. Einzig die Logo-Prints erscheinen nicht so ganz robust. Hier wird ein längerer Einsatz auf dem Gravelbike mehr Aufschluss bringen. Ein positiver Nebeneffekt der Weste war, dass wir deutlich regelmäßiger getrunken haben, als bei der Fahrt mit Trinkflaschen. Und die zwei Kilogramm Wasser auf dem Rücken stören gar nicht so wirklich. Auch wenn es mal ruppig wird.“

          Mit offenen Karten

          Ganz klar: Ohne Support auch aus der Fahrradbranche können wir die Idee des Gravel Collectives nicht leben. Aber uns ist es wichtig, euch darüber zu informieren, wo und wie wir unterstützt werden. Wir spielen mit offenen Karten.

          Konkret hat uns USWE die Weste für diesen Artikel kostenfrei zur Verfügung gestellt. Auf die Inhalte und Abläufe hatte USWE keinerlei Einfluss.


          Mehr Produkte im Schotter-Check

          Lichtblicke: Der Lampenratgeber

          Lichtblicke: Der Lampenratgeber

          Ein Überblick über verschiedene Marken und Modelle von Akku-Fahrradbeleuchtung. Wir klären für euch, welche nur für den Stadtverkehr taugt und mit welcher ihr auch durch die ganze Nacht fahren könnt.

          Troy Lee Designs Grail Helm

          Troy Lee Designs Grail Helm

          Der erste Gravel-Helm der beliebten Mountainbike-Marke im Schottercheck.

          Shokz Open Ear Kopfhörer im Schotter-Check

          Shokz Open Ear Kopfhörer im Schotter-Check

          Wir haben uns für euch drei unterschiedliche Open Ear Kopfhörer von Shokz angeschaut. Hier erfahrt ihr, wie sie sich auf dem Gravelbike schlagen.

          Den Tag retten: Das Multitool von Daysaver

          Den Tag retten: Das Multitool von Daysaver

          Daysaver bietet ein modulares Multitool aus rostbeständigem Edelstahl. Das durchdachte System wiegt dabei nur 30 Gramm.

          Sigma Rox 12.1 Evo im Schotter-Check

          Sigma Rox 12.1 Evo im Schotter-Check

          Hightech-Radcomputer mit GPS, Navi und vielem mehr: Wir haben den neuen Sigma Rox 12.1 Evo am Gravelbike ausprobiert.

          Peaty's Holdfast Tool Wrap

          Peaty's Holdfast Tool Wrap

          Werkzeugtasche für den Rahmen: Wir haben das neue Holdfast Tool Wrap von Peaty's Gravel Collective Schotter-Check für euch getestet.

          Peak Design Handyhalterungen im Schotter-Check

          Peak Design Handyhalterungen im Schotter-Check

          Das Smartphone am Lenker des Gravelbikes platzieren? Das System von Peak Desing macht es möglich. Wie gut das funktioniert? Wir haben es ausprobiert.

          MucOff Stealth Tubeless Tag Holder

          MucOff Stealth Tubeless Tag Holder

          Unsichtbar unter dem Reifen des Gravelbikes versteckt, soll der "Stealth Tubeless Tag Holder" von Muc-Off besonderen Diebstahlschutz bieten. Wir haben es ausprobiert.

          Ileve N°1: Die neue Radbrille im Gravel Collective Test

          Ileve N°1: Die neue Radbrille im Gravel Collective Test

          Schicke Radbrille aus dem 3D-Drucker vom Start-Up aus der Schweiz: Gravel Collective hat die ILeve N°1 für Gravelbike, Rennrad und Co. ausprobiert.

          Tool im Gürtel: Fix Manufacturing Wheelie Wrench Pro im Test

          Tool im Gürtel: Fix Manufacturing Wheelie Wrench Pro im Test

          Clevere Idee: Mit dem Wheelie Wrench Pro und dem Roundhouse Belt versteckt Fix Manufacturing ein Mini-Werkzeug in der Gürtelschnalle. Wir haben es getestet.

          Pannenhelfer: Dynaplug Air im Gravel Collective Test

          Pannenhelfer: Dynaplug Air im Gravel Collective Test

          Klein, schnell, praktisch: Ist der Dynaplug Air wirklich die einfachste Art, Tubeless-Reifen am Gravelbike zu reparieren? Wir haben es ausprobiert.

          Ihre Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Ihre Anmeldung war erfolgreich.

          NEWSLETTER ABONNIEREN

          Back To Top